Mein "Goa Volunteer Program" für die erste Woche sieht vielversprechend aus. Bevor es mit der Freiwillingearbeit in Goa losgeht, verbringen wir noch eine Woche in der Nähe von Mumbai. Die nächsten Tage stehen unter dem Motto "Adventure und Yoga".
Es sind geplant Trekking, Übernachtung in einem Bergdorf, Besuch eines Marktes, Besichtigung der Höhlen von Karla und Yoga in einem Ashram.
Wir sind eine lustige Truppe von 14 Freiwilligen. Bunt zusammengemischt. Aus Norwegen, England, Deutschland, Australien, Schweiz und der USA. Das Alter erstreckt sich von 18 über 22, 28, 33, 42 bis 50. Wie üblich ist die Männerquote sehr gering. Gerade mal ein Mann hat sich getraut. Aber unser Schweizer Fabrizio (42) schlägt sich wacker.
Nach dieser Woche geht es dann mit dem Nachtzug nach Goa, wo die Freiwilligenarbeit beginnt.
Dienstag, 9. Februar 2010
Montag, 8. Februar 2010
Let's go India
Da habe ich nun die letzte Station meiner Weltreise erreicht: Indien.
Heute Nacht bin ich in Mumbai gelandet.
Ich kann mich noch an meine erste Indienreise vor 6 Jahren erinnern. Da sind wir nach Delhi geflogen. Es war ein kleiner Kultur- und Klimaschock.
Überall Lärm, tausende von Menschen, die feuchte heiße Luft, die fremden Gerüche, bettelnde Kinder, die Dich umzingeln. Die vielen Farben, die Frauen in ihren Saris, die Rikscha-Fahrer. Es war einfach überwältigend.
Dieses Mal war es anders. Zum einen weil ich nun schon mental darauf vorbereitet war und zum anderen scheint mich Ghana ziemlich sensibilisiert zu haben.
Ich empfand Mumbai eher relaxed, als laut. Der Verkehr machte einen geordneten Eindruck auf mich. Die Menschenmassen waren überschaubar. Und die Straßen schienen mir nicht so dreckig wie ich es in Erinnerung hatte. Auch das Klima war angenehm. Manchmal sogar etwas zu kühl für mich (24 Grad).
Genau einen gegenteiligen Eindruck hatten die anderen Volunteers, die ankamen. "Hier ist es laut, der Verkehr ist chaotisch, es ist schmutzig und heiß."
Da merkt man mal wieder, wie schnell man sich an eine Umgebung gewöhnen kann. Und wie arm Ghana doch ist verglichen zu Indien.
Das einzige, was ich vermisse ist der "Street-Talk" aus Ghana. Niemand auf der Straße grüßt und fragt "Hello, How are you? What is your name?". Der Inder geht schweiglos an einem vorbei, meist ohne Blickkontakt. Da muss ich mich erst dran gewöhnen.
Am liebsten würde ich jedem Zuwinken und mit einem "Hello, How are you?" begrüßen.
Die Reaktionen darauf sind aber nicht erfolgsversprechend. Die meisten gehen einfach schweiglos vorbei.
Tja, ich bin eben nicht mehr in Afrika.
Jetzt verstehe ich auch, warum man die Afrikaner für eine der nettesten Menschen hält. Es stimmt wirklich. Jeder hat hier ein Lächeln auf dem Gesicht, das sagt "willkommen, schön Dich zu sehen".
Aber nichts desto trotz ist es ein tolles Gefühl, wieder in Indien zu sein. Das leckere Essen. Die Frauen in ihren bunten Saris. Räucherstäbchen, Blumenschmuck und Kokussnüsse als Opfergabe für die Tempel, Krishna und Shiva.
Das indisch gefärbte Englisch, der Chai (Tee), Granatäpfel und Mangos. Die dreirädrigen Rikschas, das "Kopfwackeln", das wie ein "Nein" aussieht, aber ein "Ja" bedeutet.
Und nicht zu vergessen, die "heiligen" Kühe mitten im Straßenverkehr. Indien ist einfach faszinierend.
Heute Nacht bin ich in Mumbai gelandet.
Ich kann mich noch an meine erste Indienreise vor 6 Jahren erinnern. Da sind wir nach Delhi geflogen. Es war ein kleiner Kultur- und Klimaschock.
Dieses Mal war es anders. Zum einen weil ich nun schon mental darauf vorbereitet war und zum anderen scheint mich Ghana ziemlich sensibilisiert zu haben.
Ich empfand Mumbai eher relaxed, als laut. Der Verkehr machte einen geordneten Eindruck auf mich. Die Menschenmassen waren überschaubar. Und die Straßen schienen mir nicht so dreckig wie ich es in Erinnerung hatte. Auch das Klima war angenehm. Manchmal sogar etwas zu kühl für mich (24 Grad).
Genau einen gegenteiligen Eindruck hatten die anderen Volunteers, die ankamen. "Hier ist es laut, der Verkehr ist chaotisch, es ist schmutzig und heiß."
Da merkt man mal wieder, wie schnell man sich an eine Umgebung gewöhnen kann. Und wie arm Ghana doch ist verglichen zu Indien.
Das einzige, was ich vermisse ist der "Street-Talk" aus Ghana. Niemand auf der Straße grüßt und fragt "Hello, How are you? What is your name?". Der Inder geht schweiglos an einem vorbei, meist ohne Blickkontakt. Da muss ich mich erst dran gewöhnen.
Die Reaktionen darauf sind aber nicht erfolgsversprechend. Die meisten gehen einfach schweiglos vorbei.
Tja, ich bin eben nicht mehr in Afrika.
Jetzt verstehe ich auch, warum man die Afrikaner für eine der nettesten Menschen hält. Es stimmt wirklich. Jeder hat hier ein Lächeln auf dem Gesicht, das sagt "willkommen, schön Dich zu sehen".
Aber nichts desto trotz ist es ein tolles Gefühl, wieder in Indien zu sein. Das leckere Essen. Die Frauen in ihren bunten Saris. Räucherstäbchen, Blumenschmuck und Kokussnüsse als Opfergabe für die Tempel, Krishna und Shiva.
Das indisch gefärbte Englisch, der Chai (Tee), Granatäpfel und Mangos. Die dreirädrigen Rikschas, das "Kopfwackeln", das wie ein "Nein" aussieht, aber ein "Ja" bedeutet.
Und nicht zu vergessen, die "heiligen" Kühe mitten im Straßenverkehr. Indien ist einfach faszinierend.
Samstag, 6. Februar 2010
Kruger Park
Nachdem meine Flüge alle über Johannesburg gehen (Frankfurt-Johannesburg-Buenos Aires-Johannesburg-Accra-Johannesburg-Mumbai-Johannesburg-Frankfurt), dachte ich mir, dann sollte ich doch auch ein paar Tage dort verbringen. So hatte ich einen Zwischenstop für 5 Tage eingeplant bevor es von Accra weiter nach Mumbai geht.
Genau richtig für einen 4-Tages-Adventure-Trip durch den Kruger Park. Es war wirklich ein Erlebnis.
Wir waren eine Gruppe von 7 Leuten. Drei verliebte Pärchen und ich (als einziger Single).
Eines der Pärchen kam aus Buones Aires und wohnt in der Nähe vom Obelisco. Ist schon ein witziges Gefühl, wenn man vor 3 Monaten dort war und genau weiß wo das ist.
Wie es sich für einen Argentinier gehört, darf der Mate Tee natürlich nicht fehlen. Und so hatten die beiden doch tatsächlich ihre Termoskanne, den berühmten Teebecher und Mate-Tee mitgebracht.
Zu meiner Schande, muss ich ja gestehen, dass ich mein Spanisch schon fast wieder vergessen habe und so die Unterhaltung überwiegend in Englisch statt fand.
Der Kruger-Nationalpark ist das größte Wildschutzgebiet Südafrikas. Der Park umfasst eine Fläche von rund 20.000 km². Damit gehört er zu den größten Nationalparks in Afrika.
Das Schutzgebiet wurde 1898 unter Präsident Paul Kruger als Sabie Game Reserve zum Schutz der Wildnis gegründet. 1926 erhielt das Gebiet den Status Nationalpark und wurde in seinen heutigen Namen umbenannt. In dem Park wurden 147 Säugetierarten inklusive der „Big Five“ gefunden, außerdem etwa 500 Vogelarten und 114 Reptilienarten.
Unter den Big Five („die großen Fünf“) verstanden früher die Afrika bereisenden Großwildjäger die fünf großen Säugetiergruppen Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard, deren Trophäen das Hauptziel ihrer Jagdsafaris waren. Die Auswahl bezog sich dabei nicht in erster Linie auf die Körpergröße der Tiere, sondern vorwiegend auf die Schwierigkeiten und Gefahren bei der Jagd auf sie.
Im Kruger Park ist man überwiegend mit dem Auto unterwegs. Zu Fuß ist das viel zu gefährlich. Für einen sogenannten Bush-Walk sind nur bestimmte Gebiete zugelassen.
So waren wir vorwiegend mit einem Jeep unterwegs und haben Ausschau nach den Big Five gemacht. Leider haben wir nur vier davon zu Gesicht bekommen. Der Leopard hat leider noch in unserer Sammlung gefehlt.
Dies sind somit meine gesichteten "Big Four":
Büffel
Zu einem Adventure Trip gehört natürlich auch die Übernachtung in einem Zelt. Hier zahlt sich übrigens das Single-Dasein aus. Ich musste das Zelt mit niemanden teilen und hatte so mehr Platz.
Es ist aber schon ein komisches Gefühl, nachts alleine im Zelt die Geräusche von wilden Tieren zu hören.
Eine Nachtsafari gab es auch.
Dafür braucht man aber wirklich gute Augen, um die Tiere zu erblicken. Mit einem Lichtstrahler ging es auf die Suche.
Unsere Führer durch den Kruger Park waren Unikate. Sie hatten immer einen Joke parat.

Könnt ihr auch eine Schildkröte auf dem Kopf balancieren?
Wollt ihr mal einen Kaugummi von Mutter Natur probieren?
Hier noch eine Quizfrage. Woran kann man den Kot zwischen Zebra und Giraffe unterscheiden? Die "Knödel" von Giraffen haben alle Risse. Denn sie fallen ja von einer immens hohen Distanz zu Boden und zerplatzen daher, wenn sie auf den Boden fallen.
Und wieder was gelernt. Dankeschön :-)
Der Kruger Park war ziemlich grün, denn es war das Ende der Regenzeit. Durch die hohen Büsche und Gräser ist es schwieriger die Tiere zu erblicken. Aber wir hatten dennoch Erfolg. Wir konnten einige Tiere erspähen.
Es kann übrignes auch schon mal zu einem Stau kommen, wenn ein paar Löwen ganz gemütlich die Straße entlang laufen.
Genau richtig für einen 4-Tages-Adventure-Trip durch den Kruger Park. Es war wirklich ein Erlebnis.
Wir waren eine Gruppe von 7 Leuten. Drei verliebte Pärchen und ich (als einziger Single).
Eines der Pärchen kam aus Buones Aires und wohnt in der Nähe vom Obelisco. Ist schon ein witziges Gefühl, wenn man vor 3 Monaten dort war und genau weiß wo das ist.
Wie es sich für einen Argentinier gehört, darf der Mate Tee natürlich nicht fehlen. Und so hatten die beiden doch tatsächlich ihre Termoskanne, den berühmten Teebecher und Mate-Tee mitgebracht.
Zu meiner Schande, muss ich ja gestehen, dass ich mein Spanisch schon fast wieder vergessen habe und so die Unterhaltung überwiegend in Englisch statt fand.
Der Kruger-Nationalpark ist das größte Wildschutzgebiet Südafrikas. Der Park umfasst eine Fläche von rund 20.000 km². Damit gehört er zu den größten Nationalparks in Afrika.
Das Schutzgebiet wurde 1898 unter Präsident Paul Kruger als Sabie Game Reserve zum Schutz der Wildnis gegründet. 1926 erhielt das Gebiet den Status Nationalpark und wurde in seinen heutigen Namen umbenannt. In dem Park wurden 147 Säugetierarten inklusive der „Big Five“ gefunden, außerdem etwa 500 Vogelarten und 114 Reptilienarten.
Unter den Big Five („die großen Fünf“) verstanden früher die Afrika bereisenden Großwildjäger die fünf großen Säugetiergruppen Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard, deren Trophäen das Hauptziel ihrer Jagdsafaris waren. Die Auswahl bezog sich dabei nicht in erster Linie auf die Körpergröße der Tiere, sondern vorwiegend auf die Schwierigkeiten und Gefahren bei der Jagd auf sie.
Im Kruger Park ist man überwiegend mit dem Auto unterwegs. Zu Fuß ist das viel zu gefährlich. Für einen sogenannten Bush-Walk sind nur bestimmte Gebiete zugelassen.
So waren wir vorwiegend mit einem Jeep unterwegs und haben Ausschau nach den Big Five gemacht. Leider haben wir nur vier davon zu Gesicht bekommen. Der Leopard hat leider noch in unserer Sammlung gefehlt.
Dies sind somit meine gesichteten "Big Four":
Elefant
Büffel
Zu einem Adventure Trip gehört natürlich auch die Übernachtung in einem Zelt. Hier zahlt sich übrigens das Single-Dasein aus. Ich musste das Zelt mit niemanden teilen und hatte so mehr Platz.
Es ist aber schon ein komisches Gefühl, nachts alleine im Zelt die Geräusche von wilden Tieren zu hören.
Dafür braucht man aber wirklich gute Augen, um die Tiere zu erblicken. Mit einem Lichtstrahler ging es auf die Suche.
Unsere Führer durch den Kruger Park waren Unikate. Sie hatten immer einen Joke parat.
Könnt ihr auch eine Schildkröte auf dem Kopf balancieren?
Hier noch eine Quizfrage. Woran kann man den Kot zwischen Zebra und Giraffe unterscheiden? Die "Knödel" von Giraffen haben alle Risse. Denn sie fallen ja von einer immens hohen Distanz zu Boden und zerplatzen daher, wenn sie auf den Boden fallen.
Und wieder was gelernt. Dankeschön :-)
Der Kruger Park war ziemlich grün, denn es war das Ende der Regenzeit. Durch die hohen Büsche und Gräser ist es schwieriger die Tiere zu erblicken. Aber wir hatten dennoch Erfolg. Wir konnten einige Tiere erspähen.
Manche von weiter weg...
...und manche direkt vor unserem Fahrzeug.
Es kann übrignes auch schon mal zu einem Stau kommen, wenn ein paar Löwen ganz gemütlich die Straße entlang laufen.
Donnerstag, 28. Januar 2010
Voodoo Markt in Togo
Endlich haben wir es geschafft. Nach unserem Höllentrip von Burkina Faso quer durch Ghana bis in den Süden haben wir gestern die Grenze nach Togo überquert.
Der Grenzübergang war wieder mal ein Erlebnis. In Ghana ging es ziemlich fix. Wir wurden freundlich von den Beamten empfangen. Unsere Pässe wurden im Computer eingescannt und die Daten erfasst. Alles bestens.
Kaum 20 Meter weiter an der Grenzstelle zu Togo ging es da anders zu. Es gibt hier kein Gebäude mit Büro, sondern lediglich einen Tisch im Freien, wo ein Beamter in Uniform die Abwicklung per Formular macht und alles in ein dickes Buch einträgt. Hat uns irgendwie an Burkina Faso erinnert.
Unser Gegenüber schien das Lachen auch nicht gerade erfunden zu haben. Er verzog keine Miene. Ohne Worte und mit befehlenden Gesten erfolgte die Abwicklung. Helen und ich sind ja mittlerweile einiges gewohnt. Und in solchen Momenten hilft nur der Spruch „TIA“ (This is Africa). Mit einem lächelnden „Merci“ auf den Lippen bedankten wir uns und waren froh in Lomé, der Hauptstadt Togos angekommen zu sein.
Togo erstreckt sich im Süden gerade mal 50 km lang. Im Human Development Indes steht Togo auf dem 159. Platz von 182.Die Hauptstadt ist Lomé und die Landessprache ist Französisch.
Lomé ist berühmt für seinen einzigartigen Voodoo Markt. Und einzigartig ist auch das Erlebnis.
Überall sieht man tote Tiere aufgebahrt an kleinen Ständen. Krokodilköpfe, Fische, Kuhköpfe, Elefantenfüße, Echsen, Vögel, Tierschwänze und sogar Kugelfische.
Um zu verstehen, was es mit de Voodoo auf sich hat, empfiehlt es sich einen Guide (Führer) zu nehmen. Allerdings muss man hier hartnäckig, natürlich gepaart mit etwas weiblichen Charme, um den Preis feilschen. Aber es lohnt sich. Helen und ich konnten so den ursprünglichen Preis, um mehr als das Vierfache senken.
Joseph unser Guide erzählte uns, dass die Tiere, die hier verkauft werden, einen natürlichen Tod sterben müssen. Sie dürfen nicht erlegt werden. Ich frage mich nur, wo man so viele tote Krokodile, Elefanten, Echsen, etc… finden kann. Aber das will ich gar nicht weiter hinterfragen.

Und so funktioniert der Voodoo Markt.
Man geht zuerst zu einem der „Voodoo-Priester“ und berichtet über sein Begehren. Jeglicher Art, ob Krankheit, finanzielle Probleme oder Liebe. Für jedes Problem hat der Priester ein Rezept parat.
Je nach Fall wird dann „verschrieben“, welche toten Tiere bzw. Teile man kaufen muss. Dies muss dann meist zermahlen und an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Uhrzeit oder an einem bestimmten Ereignis verstreut werden.
Unsere französische Freundin aus Burkina Faso hatte uns von einem Fall erzählt, wo eine Frau einen toten Kuhkopf um 21 Uhr an einer bestimmten Ampel platzieren sollte. Dies sollte ihr helfen, den richtigen Mann zu finden.
Es hat anscheinend geklappt. Nicht lange darauf, hat sie ihren zukünftigen Ehemann kennengelernt.
Etwas Voodoo haben Helen und ich dann auch betrieben. Wir durften einen Voodoo-Priester besuchen, der uns einige Talismänner vorgestellt hat. Die gibt es für Glück, für die Arbeit, für den Haussegen, für die Liebe, gegen das Vergessen, für eine sichere Reise, usw….
Helen und ich haben uns je drei davon ausgesucht. Welche? Das wird nicht verraten.
Damit die Talismänner auch Ihre Wirkung entfalten, muss noch ein Ritual abgehalten werden:
Zuerst legen wir die Glücksbringer in eine Schale.
Diese nehmen wir in unsere Hände und sprechen unseren Namen dreimal in die Schale hinein.
Dann falten wir die Hände vor unseren Körper.
Und schließlich segnet der Priester diese noch.
Das Ganze ist natürlich nicht umsonst. Wie viel die Glücksbringer kosten verraten vier Muscheln, die geworfen werden. Der erste Wurf schien wohl nicht zufriedenstellend gewesen zu sein. Der Priester schüttelte nur den Kopf und würfelte noch einmal. Den Preis, den er uns daraufhin nannte, war ziemlich hoch. Mit soviel hatten wir nicht gerechnet. Wir sagten zu ihm, dass wir nicht so viel Geld haben.

Und so würfelte er noch mal die Muscheln. Dieses Mal schien es wohl günstiger gewesen zu sein und der Preis war geringer. Wir willigten ein.
Doch als wir bezahlen wollten, war da wieder ein Missverständnis. Wir hatten verstanden, dass die Summe für Helen und mich gilt. Der Voodoo-Priester hatte aber den Preis je Kopf gemeint. Und wieder entgegneten wir, dass wir nicht so viel Geld haben. Es stimmte wirklich, wir hatten nicht mehr viele Francs übrig.
So zückte er noch mal die Muscheln. Und welche Überraschung. Dieses Mal schien es eine glückliche Konstellation gewesen zu sein. Es war genau die Summe, die wir bereit waren zu zahlen.
Professionell sind die Voodoo-Priester auch. Mit unseren Glücksbringern bekamen wir noch seine Visitenkart.
Das Ganze Voodoo-Geschäft ist schon seltsam. Viele Afrikaner, auch sehr Gebildete, glauben daran. Und man hört immer wieder von unglaublichen Fällen. Vielleicht ist ja doch was dran. Wer weiß? Voodoo eben.
Und ich muss gestehen, ich habe auch schon einen Talisman verwendet. Der für die gute Reise.
Man spricht in den Talisman wie in ein Telefon hinein und verschließt seinen Wunsch, indem man den kleinen Stöpsel in das Loch steckt.
Und es hat geklappt. Ich bin heil von Accra in Johannesburg angekommen und mein Gepäck auch :).
Der Grenzübergang war wieder mal ein Erlebnis. In Ghana ging es ziemlich fix. Wir wurden freundlich von den Beamten empfangen. Unsere Pässe wurden im Computer eingescannt und die Daten erfasst. Alles bestens.
Kaum 20 Meter weiter an der Grenzstelle zu Togo ging es da anders zu. Es gibt hier kein Gebäude mit Büro, sondern lediglich einen Tisch im Freien, wo ein Beamter in Uniform die Abwicklung per Formular macht und alles in ein dickes Buch einträgt. Hat uns irgendwie an Burkina Faso erinnert. Unser Gegenüber schien das Lachen auch nicht gerade erfunden zu haben. Er verzog keine Miene. Ohne Worte und mit befehlenden Gesten erfolgte die Abwicklung. Helen und ich sind ja mittlerweile einiges gewohnt. Und in solchen Momenten hilft nur der Spruch „TIA“ (This is Africa). Mit einem lächelnden „Merci“ auf den Lippen bedankten wir uns und waren froh in Lomé, der Hauptstadt Togos angekommen zu sein.
Togo erstreckt sich im Süden gerade mal 50 km lang. Im Human Development Indes steht Togo auf dem 159. Platz von 182.Die Hauptstadt ist Lomé und die Landessprache ist Französisch.
Lomé ist berühmt für seinen einzigartigen Voodoo Markt. Und einzigartig ist auch das Erlebnis.
Überall sieht man tote Tiere aufgebahrt an kleinen Ständen. Krokodilköpfe, Fische, Kuhköpfe, Elefantenfüße, Echsen, Vögel, Tierschwänze und sogar Kugelfische.
Um zu verstehen, was es mit de Voodoo auf sich hat, empfiehlt es sich einen Guide (Führer) zu nehmen. Allerdings muss man hier hartnäckig, natürlich gepaart mit etwas weiblichen Charme, um den Preis feilschen. Aber es lohnt sich. Helen und ich konnten so den ursprünglichen Preis, um mehr als das Vierfache senken.
Joseph unser Guide erzählte uns, dass die Tiere, die hier verkauft werden, einen natürlichen Tod sterben müssen. Sie dürfen nicht erlegt werden. Ich frage mich nur, wo man so viele tote Krokodile, Elefanten, Echsen, etc… finden kann. Aber das will ich gar nicht weiter hinterfragen.
Und so funktioniert der Voodoo Markt.
Man geht zuerst zu einem der „Voodoo-Priester“ und berichtet über sein Begehren. Jeglicher Art, ob Krankheit, finanzielle Probleme oder Liebe. Für jedes Problem hat der Priester ein Rezept parat.
Je nach Fall wird dann „verschrieben“, welche toten Tiere bzw. Teile man kaufen muss. Dies muss dann meist zermahlen und an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Uhrzeit oder an einem bestimmten Ereignis verstreut werden.
Es hat anscheinend geklappt. Nicht lange darauf, hat sie ihren zukünftigen Ehemann kennengelernt.
Etwas Voodoo haben Helen und ich dann auch betrieben. Wir durften einen Voodoo-Priester besuchen, der uns einige Talismänner vorgestellt hat. Die gibt es für Glück, für die Arbeit, für den Haussegen, für die Liebe, gegen das Vergessen, für eine sichere Reise, usw….
Helen und ich haben uns je drei davon ausgesucht. Welche? Das wird nicht verraten.
Damit die Talismänner auch Ihre Wirkung entfalten, muss noch ein Ritual abgehalten werden:
Zuerst legen wir die Glücksbringer in eine Schale.
Diese nehmen wir in unsere Hände und sprechen unseren Namen dreimal in die Schale hinein.
Dann falten wir die Hände vor unseren Körper.
Und schließlich segnet der Priester diese noch.
Das Ganze ist natürlich nicht umsonst. Wie viel die Glücksbringer kosten verraten vier Muscheln, die geworfen werden. Der erste Wurf schien wohl nicht zufriedenstellend gewesen zu sein. Der Priester schüttelte nur den Kopf und würfelte noch einmal. Den Preis, den er uns daraufhin nannte, war ziemlich hoch. Mit soviel hatten wir nicht gerechnet. Wir sagten zu ihm, dass wir nicht so viel Geld haben.
Und so würfelte er noch mal die Muscheln. Dieses Mal schien es wohl günstiger gewesen zu sein und der Preis war geringer. Wir willigten ein.
Doch als wir bezahlen wollten, war da wieder ein Missverständnis. Wir hatten verstanden, dass die Summe für Helen und mich gilt. Der Voodoo-Priester hatte aber den Preis je Kopf gemeint. Und wieder entgegneten wir, dass wir nicht so viel Geld haben. Es stimmte wirklich, wir hatten nicht mehr viele Francs übrig.
So zückte er noch mal die Muscheln. Und welche Überraschung. Dieses Mal schien es eine glückliche Konstellation gewesen zu sein. Es war genau die Summe, die wir bereit waren zu zahlen.
Das Ganze Voodoo-Geschäft ist schon seltsam. Viele Afrikaner, auch sehr Gebildete, glauben daran. Und man hört immer wieder von unglaublichen Fällen. Vielleicht ist ja doch was dran. Wer weiß? Voodoo eben.
Und ich muss gestehen, ich habe auch schon einen Talisman verwendet. Der für die gute Reise.
Man spricht in den Talisman wie in ein Telefon hinein und verschließt seinen Wunsch, indem man den kleinen Stöpsel in das Loch steckt.
Und es hat geklappt. Ich bin heil von Accra in Johannesburg angekommen und mein Gepäck auch :).
Mittwoch, 27. Januar 2010
10 Stunden Höllentrip
Nach Burkina Faso peilten Helen und ich unser nächstes Ziel, Togo, an. Somit hieß es vom Norden Ghanas runter in den Südosten nach Afloa, um von dort die Grenze nach Togo in die Hauptstadt Lomé zu überqueren.
Unsere Ghana Karte hatte für die von uns gewählte Route eine dicke rote Straße eingezeichnet, was so viel wie Hauptverkehrsstraße bedeutet. Das ist ja super, dachten wir uns. Dann sollten wir relativ zügig mit einer Zwischenübernachtung in Lome ankommen. Von wegen.
Wie so oft hatten wir mal wieder vergessen, dass wir uns in Ghana befinden. Eine dicke rote Straße auf einer Karte sagt zwar aus, dass es sich um eine wichtige Straße ( „important Road“) handelt. Dies sagt jedoch noch lange nichts über deren Zustand aus!
Diese besagte Straße, falls man dies überhaupt so bezeichnen kann, war ein ungeteerter aus Mulden bestehender roter trocken staubiger Sandweg.
Und unser Bus war, wie sollte es auch anders sein, ein Schrotthaufen auf Rädern mit offenen Fenstern. Das Wort „Komfort“ in diesem Zusammenhang hatten wir ja schon aus unserem Wortschatz verbannt, nun kam aber noch hinzu, dass wir inklusive unser Gepäck von oben bis unten mit rotem Sand eingestaubt wurden. Besser gesagt mit einer dicken Sandschicht.
Es hat ganze drei Duschvorgänge gebraucht, um sich davon zu befreien. Mein Rucksack wird die Spuren dagegen wohl nie ganz los werden.
Bevor unser „Höllentrip von 10 Stunden“ jedoch losging, mussten wir noch satte drei Stunden warten.
In der ersten Stunde haben wir das Ticket gekauft. Eher gesagt das Anrecht auf eine Ticket. Unsere Namen wurde in eine Liste geschrieben.
In der zweiten Stunde wurden dann die Tickets verteilt, indem die Namen aufgerufen wurden.Unsere Namen waren nicht dabei. Es hieß wir sollten auf den nächsten Bus warten. Na prost Mahlzeit.
Aber wir hatten Glück. Zwei Passagiere sind nicht erschienen, so dass wir diese Tickets bekamen. Das waren sogenannte Notsitze.
Fürchterlich unbequem und mein Sitz krachte immer dann zusammen, wenn ich mich zurücklehnen wollte. Also hieß es für mich keine Rückenlehne.
Die dritte Stunde Warten haben wir schließlich damit verbracht, zuzuschauen wie der Bus mit voller Muse und Geruhsamkeit beladen wurde. Nicht, dass man das schon in der ersten oder zweiten Stunde hätte machen können, denn die Fahrgäste warteten alle schon seit mindestens drei Stunden samt Gepäck!
Und dann ging unser Höllentrip endlich los. Die Straße war so übel, dass der Bus sich nur mit einem Durchschnittstempo von 10 kmh fortbewegen konnte. Für eine Strecke von vergleichbar mit "Hannover nach Frankfurt" haben wir sage und schreibe 10 Stunden gebraucht. Um 0.30 Uhr kamen wir dann in unserem nicht geplanten Zwischenstopp an. Völlig K.O., voller Sand, mein Rücken tat weh. Was ein Tag!
Das Gute an diesem Trip war aber, dass wir alle zukünftigen Tro-Tros und Straßen während unserer Reise als wahre Wohltat betrachteten. Es ist eben alles relativ.
Unsere Ghana Karte hatte für die von uns gewählte Route eine dicke rote Straße eingezeichnet, was so viel wie Hauptverkehrsstraße bedeutet. Das ist ja super, dachten wir uns. Dann sollten wir relativ zügig mit einer Zwischenübernachtung in Lome ankommen. Von wegen.
Wie so oft hatten wir mal wieder vergessen, dass wir uns in Ghana befinden. Eine dicke rote Straße auf einer Karte sagt zwar aus, dass es sich um eine wichtige Straße ( „important Road“) handelt. Dies sagt jedoch noch lange nichts über deren Zustand aus!
Diese besagte Straße, falls man dies überhaupt so bezeichnen kann, war ein ungeteerter aus Mulden bestehender roter trocken staubiger Sandweg.
Bevor unser „Höllentrip von 10 Stunden“ jedoch losging, mussten wir noch satte drei Stunden warten.
In der ersten Stunde haben wir das Ticket gekauft. Eher gesagt das Anrecht auf eine Ticket. Unsere Namen wurde in eine Liste geschrieben.
In der zweiten Stunde wurden dann die Tickets verteilt, indem die Namen aufgerufen wurden.Unsere Namen waren nicht dabei. Es hieß wir sollten auf den nächsten Bus warten. Na prost Mahlzeit.
Aber wir hatten Glück. Zwei Passagiere sind nicht erschienen, so dass wir diese Tickets bekamen. Das waren sogenannte Notsitze.
Fürchterlich unbequem und mein Sitz krachte immer dann zusammen, wenn ich mich zurücklehnen wollte. Also hieß es für mich keine Rückenlehne.
Die dritte Stunde Warten haben wir schließlich damit verbracht, zuzuschauen wie der Bus mit voller Muse und Geruhsamkeit beladen wurde. Nicht, dass man das schon in der ersten oder zweiten Stunde hätte machen können, denn die Fahrgäste warteten alle schon seit mindestens drei Stunden samt Gepäck!
Und dann ging unser Höllentrip endlich los. Die Straße war so übel, dass der Bus sich nur mit einem Durchschnittstempo von 10 kmh fortbewegen konnte. Für eine Strecke von vergleichbar mit "Hannover nach Frankfurt" haben wir sage und schreibe 10 Stunden gebraucht. Um 0.30 Uhr kamen wir dann in unserem nicht geplanten Zwischenstopp an. Völlig K.O., voller Sand, mein Rücken tat weh. Was ein Tag!
Das Gute an diesem Trip war aber, dass wir alle zukünftigen Tro-Tros und Straßen während unserer Reise als wahre Wohltat betrachteten. Es ist eben alles relativ.
Sonntag, 24. Januar 2010
Trip nach Burkina Faso
Ghana ist nur ein Land von vielen in Afrika. Warum also nicht ein wenig den Blick nach Norden oder Osten erweitern und einen Einblick in die Ghana angrenzenden Länder bekommen? Burkina Faso und Togo wären doch nicht schlecht.
Und wie es der Zufall will, lernten Helen und ich auf unserer Reise durch Ghana eine nette Französin kennen, die in Burkina Faso für eine Organisation arbeitet und seit zwei Jahren dort lebt. Sie hat uns prompt angeboten, sie dort zu besuchen. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und so machten wir uns auf die auf den Weg gen Norden.
Ein Glück kann Helen ein wenig Französisch. Denn in Burkina Faso hat der Franzose seinen Einfluss hinterlassen. Hier spricht kaum jemand Englisch.
Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das merkt man auch schnell. Schon an der Grenzkontrolle ist der Unterschied offensichtlich.
Wo man in Ghana die Passkontrolle bereits mit Computer Unterstützung bewältigt, schreibt man 50 Meter weiter in der Grenzstelle Burkina Faso noch alles fein säuberlich mit der Hand in dicke Bücher. Computer sind weit und breit nicht zu sehen.
In Burkina Faso herrscht rund 70% Analphabetentum. Die Mehrheit lebt in Armut. Der Islam ist extrem weit verbreitet.
Wenn man mitten am helllichten Tag Menschenmassen erblickt, die komplette Hauptverkehrsstraßen blockieren, dann handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Muslime, die ihre Matten auf den Boden ausgebreitet haben und beten.
Keiner regt sich auf. Das scheint hier wohl normal zu sein. Aber ehrlich gesagt, würde ich wohl auch eher still schweigen bewahren, bei einem Bevölkerungsanteil von 70 – 80 Prozent Muslimen.
Wir waren drei Tage bei unserer französischen Freundin in der Hauptstadt Ouagadougou. Ehrlich gesagt, hat mir die Stadt nicht sonderlich gefallen.
Im Gegensatz zu Ghana ist es hier heißer, die Luft ist trocken, die Straßen sind staubig, die Leute betteln um Geld. Alles sieht grauer, dreckiger und ärmer aus.
Und wer meint, in Ghana seien die Tro-Tros, Busse und Taxis in einem schlechten Zustand. Der soll mal nach Burkina Faso gehen. Hier ist es übelst. Wir hatten ein Taxi, das war so rostig, dass man durch den Boden auf die Straße sehen konnte.
Gestern hat mir ein Ghanaer erzählt, dass Burkina Faso die Autos aus Ghana importiert. Das erklärt so einiges. Unsere nicht TÜV-fähigen VW-Busse werden nach Ghana exportiert. Hier werden sie dann solange genutzt, bis es fast nicht mehr geht und das bisschen was von dem Fahrzeug noch übrig bleibt, kommt dann nach Burkina Faso. Da wundert mich nichts mehr.
Die Leute in Burkina Faso sind auch nicht so nett wie in Ghana. Das mag vielleicht an meinen nicht vorhandenen Französisch Kenntnissen liegen, aber auch Helen hatte das gleiche Gefühl. Hier lächeln die Leute einen nicht so herzlich an oder helfen, den Weg zu finden.
Keiner winkt von weitem und ruft „Obruni, How are you“. Es fehlt auch die laute fröhliche Musik in den Straßen, die ich sonst in Ghana gewohnt bin.
Einige Ghanaer hatten mich ja schon gewarnt und meinten die Leute in Burkina Faso mögen die Ghanaer nicht so, weil sie kein Französisch sprechen. Erinnert mich irgendwie an Frankreich. Da überkommt mich das gleiche Gefühl. Franzosen eben.
Man kann den Trip nach Burkina Faso als „interessante“ Erfahrung zusammenfassen. Sonderlich gefallen hat es uns hier nicht. Das einzig Gute, was wir finden konnten, war die Tatsache, dass es hier richtiges Baguette, Couscous und Erdbeeren gibt.
Wir waren froh, wieder ghanaischen Boden unter den Füßen zu haben und dachten uns „Endlich wieder zurück in der Zivilisation“. Ist schon verrückt wie sich die Relationen verschieben. Ghana ist im Gegensatz zu Burkina Faso wirklich Meilen voraus. Von uns Europäern aber noch meilenweit entfernt.
Und wie es der Zufall will, lernten Helen und ich auf unserer Reise durch Ghana eine nette Französin kennen, die in Burkina Faso für eine Organisation arbeitet und seit zwei Jahren dort lebt. Sie hat uns prompt angeboten, sie dort zu besuchen. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und so machten wir uns auf die auf den Weg gen Norden.
Ein Glück kann Helen ein wenig Französisch. Denn in Burkina Faso hat der Franzose seinen Einfluss hinterlassen. Hier spricht kaum jemand Englisch.
Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das merkt man auch schnell. Schon an der Grenzkontrolle ist der Unterschied offensichtlich.
Wo man in Ghana die Passkontrolle bereits mit Computer Unterstützung bewältigt, schreibt man 50 Meter weiter in der Grenzstelle Burkina Faso noch alles fein säuberlich mit der Hand in dicke Bücher. Computer sind weit und breit nicht zu sehen.
In Burkina Faso herrscht rund 70% Analphabetentum. Die Mehrheit lebt in Armut. Der Islam ist extrem weit verbreitet.
Wenn man mitten am helllichten Tag Menschenmassen erblickt, die komplette Hauptverkehrsstraßen blockieren, dann handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Muslime, die ihre Matten auf den Boden ausgebreitet haben und beten.
Keiner regt sich auf. Das scheint hier wohl normal zu sein. Aber ehrlich gesagt, würde ich wohl auch eher still schweigen bewahren, bei einem Bevölkerungsanteil von 70 – 80 Prozent Muslimen.
Im Gegensatz zu Ghana ist es hier heißer, die Luft ist trocken, die Straßen sind staubig, die Leute betteln um Geld. Alles sieht grauer, dreckiger und ärmer aus.
Und wer meint, in Ghana seien die Tro-Tros, Busse und Taxis in einem schlechten Zustand. Der soll mal nach Burkina Faso gehen. Hier ist es übelst. Wir hatten ein Taxi, das war so rostig, dass man durch den Boden auf die Straße sehen konnte.
Gestern hat mir ein Ghanaer erzählt, dass Burkina Faso die Autos aus Ghana importiert. Das erklärt so einiges. Unsere nicht TÜV-fähigen VW-Busse werden nach Ghana exportiert. Hier werden sie dann solange genutzt, bis es fast nicht mehr geht und das bisschen was von dem Fahrzeug noch übrig bleibt, kommt dann nach Burkina Faso. Da wundert mich nichts mehr.
Die Leute in Burkina Faso sind auch nicht so nett wie in Ghana. Das mag vielleicht an meinen nicht vorhandenen Französisch Kenntnissen liegen, aber auch Helen hatte das gleiche Gefühl. Hier lächeln die Leute einen nicht so herzlich an oder helfen, den Weg zu finden.
Keiner winkt von weitem und ruft „Obruni, How are you“. Es fehlt auch die laute fröhliche Musik in den Straßen, die ich sonst in Ghana gewohnt bin.
Einige Ghanaer hatten mich ja schon gewarnt und meinten die Leute in Burkina Faso mögen die Ghanaer nicht so, weil sie kein Französisch sprechen. Erinnert mich irgendwie an Frankreich. Da überkommt mich das gleiche Gefühl. Franzosen eben.
Man kann den Trip nach Burkina Faso als „interessante“ Erfahrung zusammenfassen. Sonderlich gefallen hat es uns hier nicht. Das einzig Gute, was wir finden konnten, war die Tatsache, dass es hier richtiges Baguette, Couscous und Erdbeeren gibt.
Wir waren froh, wieder ghanaischen Boden unter den Füßen zu haben und dachten uns „Endlich wieder zurück in der Zivilisation“. Ist schon verrückt wie sich die Relationen verschieben. Ghana ist im Gegensatz zu Burkina Faso wirklich Meilen voraus. Von uns Europäern aber noch meilenweit entfernt.
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