Montag, 9. November 2009

Argentinischer Abend


In Cordoba habe ich eine nette Amerikanerin kennengelernt. Spontan hatten wir beschlossen, dass wir einen typisch argentinischen Abend verbringen wollten.

Unser Abend begann daher mit einem saftigen Steak.

Denn Fleisch ist für den Argentinier ein Stück Lebenskraft und als Hauptbestandteil der Mahlzeit unverzichtbar. Zum Fleisch isst der Argentinier meist Salat. Eine zusätzliche Beilage wie Kartoffeln, Reis oder
Pommes bilden eher die Ausnahme.

So ging es daher in eine Parilla. Parilla werden Restaurants genannt, die Grillfleisch anbieten. Und so habe ich dann man saftiges Bife de Chorizo bekommen. Dazu einen leckeren Wein. Es war ein Genuß!


Ich bin ja nicht der große Fleischesser, aber in Argentinien wir man einer. So viel Fleisch wie hier, habe ich noch nie gegessen. Aber man muss so ein saftiges Steak einfach gekostet haben und ich sage euch, da kann man einfach nicht anders und wird süchtig.

Ehrlich gesagt, frage ich mich wie Vegetarierer oder gar Veganer in Argentinien überhaupt überleben können.



Die zweite Station unseres ‚argentinischen Abend‘ führte uns zu einer Milonga. Milonga sind Tangoclubs, zu
denen das argentinische Volk selbst sein Tanzbein schwingt. Solchen Veranstaltungen sind sehr beliebt und finden fast täglich, vorzugsweise am Wochenende statt.


Das war jedoch nicht immer so. Während der argentinischen Militärdiktatur von 1976 bis 1983 verhängte die Regierung ein Versammlungsverbot, die Milongakultur musste in den Untergrund ausweichen und konnte zwangsweise nur noch geheim hinter geschlossenen Türen gelebt werden.


Der Besuch einer Milonga unterliegt heute wie damals bestimmten Regeln. Grundsätzlich fordert der Mann die Frau durch Blickkontakt zum Tanz auf. Dann werden jeweils drei Musikstücke gespielt, sog. Tandas. Es folgt ein kurzes Intermezzi, das entweder als allgemeine Ruhepause dient und für einen kurzen Schwatz genutzt wird oder es findet ein Partnerwechsel statt, man verabschiedet sich und der Mann geleitet die Frau zu ihrem Platz zurück. Eine Milonga dauert meist die ganze Nacht.


Da wir nicht des Tangos mächtig sind, haben wir den tanzenden Argentinier zugeschaut. Es war ein wahres Erlebnis, denn wir waren wohl die einzigen Touristen und konnten so die typisch argentinische Tanzkunst hautnah erleben.

Es war also ein gelungener ‚typisch argentinischer Abend‘.

Sonntag, 8. November 2009

SkyDiving


Ihr werdet es nicht glauben. Aber heute bin ich aus 8500 Meter Höhe aus einem Flugzeug gesprungen. Das ganze nennt sich SkyDiving (übersetzt soviel wie 'in den Himmel eintauchen').

SkyDiving wird hier an vielen Orten angeboten. In Buenos Aires hatte ich mich aber noch nicht überwinden können.


Gestern in Cordoba angekommen, dachte ich mir 'Warum denn nicht hier? Du machst das jetzt einfach!'
Also habe ich mich aufgemacht und meinen 'freien Fall' für heute morgen gebucht.



Es ist ein unbeschreibliches Gefühl in der Luft zu schweben. Und ich war ja nicht alleine.Das ganze war ein Tandem-Sprung, sprich ich war fest an meinem Constructor eingehakt.


Aber als ich kurz vor dem Sprung aus dem Flugzeug schaute, wie sagt man so schön...rutschte mir mein Herz in die Hose.



Das ganze ist übrigens auch in bewegten Bildern dokumentiert. Ein zweiter Fallschirmspringer ist mit einer Kamera mitgesprungen und hat alles gefilmt.



Die DVD ist atemberaubend. Das werde ich euch zu Hause zeigen. Einige Fotos daraus seht ihr schon mal hier, als Beweis, dass ich das auch wirklich gemacht habe.



....und was suche ich mir nun für Afrika und Indien aus?

 

Samstag, 7. November 2009

Cordoba


Die schöne Kolionalstadt Cordoba ist die Hauptstadt der gleichnamigen argentinischen Provinz und ist mit 1,35 Millionen Einwohnern die zweitgrößte und zugleich zweitwichtigste Stadt des Landes.

Cordoba wurde 1573 vom Spanier Jerónimo Luis de Cabrera mit dem Namen Córdoba de la Nueva Andalucía gegründet und zeichnet sich vor allem als Kultur- und Dienstleistungszentrum des argentinischen Binnenlandes aus.


Beliebt ist die Stadt vor allem für ihre kolonialen Bauten im Zentrum, die von den Jesuiten im 17. und 18. Jahrhundert erbaut wurden und heute unter Denkmalschutz stehen. Ein gesamter Häuserblock wurde 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO gekürt.



Im Volksmund ist Córdoba wegen der zahlreichen Universitäten und Lehr-Institute, die sich in der Stadt befinden, als "La Docta" bekannt, aber auch "ciudad de las campanas" (Glocken-Stadt) weil sowohl der Franziskanerorden, als auch die Dominikaner die Stadt mit Kirchen regelrecht "anfüllten".



Es gibt mehrere bedeutende Maler und Bildhauer in der Stadt. Besonders bekannt aber ist die Skulptur Hombre Urbano des franko-argentinischen Bildhauers Antonio Segui, die mitten in zwei der wichtigsten Kreisverkehre über die Stadt ragt.



Cordoba hat mir sehr gut gefallen. Der Mix zwischen alten und neuen Gebäuden, die vielen Studenten, die das Stadtbild beleben und jung wirken lässt, das Stadtzentrum mit schönen Fußgängerzonen und alten Gassen, die vielen netten Cafes.



Donnerstag, 5. November 2009

Die Anden


Nach den Großstädten Buenos Aires, Montevideo und Mendoza sehnt man sich wieder nach Natur. Nach Ruhe, Weite, grüne Wiesen und Hügeln. In solchen Momenten kommt wohl meine odenwälderische Ader zum Vorschein.


Also habe ich mich auf den Weg zu einem kleinen Bergdorf namens Uspallata in den Anden gemacht.



Kurz vor dem Dorf soll es ein Hostel geben, mitten in der Natur. Rundherum nichts als Berge, Wiesen, Bäume. Mit dem örtlichen Bus ging es also auf Reisen. Eine mühsame Strecke, aber es lohnt sich, denn man bekommt eine wunderschöne Landschaft zu sehen.

Im Hostel angekommen, musste ich feststellen, dass ich der einzige Gast war. So hatte ich das ganze Hostel für mich alleine. Ist schon ein komisches Gefühl. Aber ich hatte, was ich wollte. Ruhe und vor allem Natur.


Das Hostel liegt wirklich idyllisch. Man hört das Rauschen der Bäume, das Plätschern des Flusses. Vor sich erblickt man schneebedeckte Gipfel und dreht man sich um erstreckt sich ein riesiges Felsgebirge.


Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Die Natur hinterlässt einen so gewaltigen Eindruck, dass man mit Ehrfurcht erfüllt ist. Nun kann ich auch verstehen, warum die Leute hier die Berge als ‚heilig‘ bezeichnen.



In dieser Landschaft wurde übrigens auch der Film Sieben Tage in Tibet gedreht. Prad Pit muss hier also auch gewesen sein. Was will man mehr?!

Mittwoch, 4. November 2009

Mendoza


Nach der gestrigen Weintour habe ich mir heute die Stadt angeschaut. Die Stadt hat schöne Gebäude und vor allem schöne Parks.

Mendoza ist die Hauptstadt der gleichnamigen argentinischen Provinz und hat mitsamt ihrer Vororte etwa 1,1 Millionen Einwohner. Sie ist bekannt für ihren Weinbau.

Die Stadt wurde im 19. Jahrhundert durch ein Erdbeben vollständig zerstört. Bei dem Beben mussten etwa 6.000 Menschen ihr Leben lassen.


Wenn man mit diesem Wissen durch die Stadt geht, ist es schon beeindruckend, wie diese Stadt wieder
 aufgebaut wurde.



Viel Liebe zum Detail, um Kirchen oder Gebäude wieder so herzustellen, wie sie einmal aussahen.

Das Klima hier ist eigentlich wie für mich geschaffen. Es regnet hier kaum und die Sonnentage überwiegen.


Dienstag, 3. November 2009

Bikes and Wine

Nach meiner 13h Busfahrt von Buenos Aires nach Mendoza und einem Fußmarsch samt Backpack vom Busterminal bin ich dann endlich um 8 Uhr mogens im Hostel angekommen. Ein Glück konnte ich ein wenig im Bus schlafen, denn ich hatte 'full-cama' gebucht. 'Full-cama' bedeutet, dass man den Sitz auf 180 Grad einstellen kann und somit eine Liegefläche hat. Ausserdem gab es auch noch was zu essen, so dass ich nicht hungern musste. Macht euch also keine Sorgen.


Im Hostel angekommen, musste ich allerdings feststellen, dass ich mein Bett erst um 11 Uhr beziehen konnte. Das war dann doch eine ziemlich lange Wartezeit. So beschloß ich spontan eine sogenannte 'bikesandwine' Tour mitzumachen, die um 10 Uhr begann. Schnell Gepäck verstauen, kurz frisch machen. Und los gings.
 
Hierzu sollte man wissen, dass Mendoza bekannt für seinen Weinbau ist. Ungefähr 70 Prozent des Weins aus Argentinien wird in der Region Mendoza produziert.

Die "bikesandwine" Tour muss man sich folgendermaßen vorstellen. Man fährt ein wenig außerhalb Mendoza, wo die Weingüter dicht beieinander liegen. Dann mietet man sich ein Fahrrad und kann so die einzelnen Güter abfahren und Weinverprobungen machen. Meistens gibt es auch noch eine kleine Führung.

So kommt es, dass ich schon um 11 Uhr morgens meinen ersten Wein getrunken habe. Danach folgten noch andere (hicks). Es war wirklich lecker und interessant. Ich bin mit zwei Schweizerinnen geradelt, die ich auf der Tour getroffen habe.

Wir haben sehr traditionelle und sehr moderne Güter gesehen.

In diesem Gut zum Beispiel werden alle Flaschen noch per Hand ettiketiert. Das machen zwei Frauen. Pro Tag schaffen die so 300 bis 400 Flaschen. Was eine Arbeit.



Eine etwas modernere Weinkellerei sieht dann so aus...



Am besten hat uns jedoch die letzte Station gefallen. 'Liquores y Chocolate'. Das kann man nicht beschreiben, das muss man probieren. Aber nicht neidisch werden.


Sonntag, 1. November 2009

Montevideo für einen Tag


Für meinen Trip nach Montevideo hat das Wetter leider nicht so mitgespielt. Es war bewölkt und regnerisch. Daher sind die Fotos alle mit einem Grauschleier versehen.


Aber ich habe gleich bei meiner Ankunft im Hostel eine nette Brasilianerin, Claudia, kennengelernt.Sie konnte sogar deutsch, da sie vor Jahren in der Nähe von Stuttgart studiert hatte.

Ihre Lieblingsstadt ist übrigens Speyer.



Wir haben zusammen die Stadt erkundet und hatten unseren Spaß.


Der Strand ist bei Sonnenschein sicherlich schön. Derzeit war es etwas windig.




Eines der beliebtesten Motive von Montevideo ist der 'Plaza Independencia'.



Gleich dahinter befindet sich das alte Stadttor. Dieses führt in den alten Teil der Stadt.

Hier findet man viele kleine Geschäfte und nette Gassen. Bei schönem Wetter ist hier sicherlich viel los. Leider war es etwas ausgestorben. Und da Sonntag war, waren die meisten Geschäfte geschlossen.

 Eigentlich wollte ich ja bis übermorgen hier bleiben. Aber das Wetter soll nicht besser werden und dann ist morgen auch noch ein Feiertag, so dass die Geschäfte und auch Museen etc... geschlossen sind.



Also habe ich meinen Reiseplan kurzfristig  geändert und werde morgen schon nach BA mit der Fähre zurückreisen und dann einen Bus nach Mendoza nehmen. So lautet jedenfalls mein Plan.




Montevideo ist eine wirklich nette 'Kleinstadt'. Selbst bei Regen und Grauschleier kann man ihren Charme erkennen.